Kurzfassung: Die Verwaltung der Stadt Espelkamp hat am 23. Juni 2026 im Ausschuss für Schule, Bildung und Familie die Anfrage der Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN zur Mittagsverpflegung an den Grundschulen beantwortet. Im Kern geht es um zwei Caterer, fünf dokumentierte Beschwerden innerhalb eines Jahres — und um eine Differenz von 58 Cent pro Essen, die die Stadt Espelkamp aktuell aus eigener Tasche schließt.
Worum geht es?
Die Fraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN hat am 20. Januar 2026 eine Anfrage zur Mittagsverpflegung an den städtischen Grundschulen in Espelkamp gestellt. Die Verwaltung hat die Anfrage als Mitteilung im Ausschuss für Schule, Bildung und Familie am 23. Juni 2026 beantwortet. Im Kern geht es um die Versorgungsstruktur, das Beschwerdemanagement, die Qualitätskontrolle und die Kostenstruktur. Es handelt sich um eine Bestandsaufnahme — Beschlüsse werden in der Vorlage nicht beantragt.
Hintergrund
Zwei Anbieter beliefern die vier Grundschulstandorte in Espelkamp: VielfaltMenü kocht für die Grundschule am Auewald und die Mittwaldschule, Erste Sahne aus Minden für den Grundschulverbund Espelkamp-Süd (Benkhausen, Frotheim, Isenstedt). Die Leistungen werden jeweils für ein Schuljahr ausgeschrieben — die Verträge laufen entsprechend kurz. Federführend ist das Sachgebiet 2.2 Bildung, Generationen, Vereinswesen der Stadt Espelkamp (Frau Krause).
Was bedeutet das für die Stadt?
Lt. Vorlage hat die Verwaltung der Stadt Espelkamp für die Essenslieferung jährliche Kosten in Höhe von rund 250.000 Euro eingeplant. Bei 388 OGS-Kindern und 180 Schultagen ergibt das rechnerisch etwa 3,58 Euro pro Mahlzeit. Die DGE-Qualitätsstandards sind Teil der Ausschreibung. Regelmäßige formalisierte Kontrollen oder Zufriedenheitsbefragungen finden durch die Verwaltung der Stadt Espelkamp allerdings nicht statt — sie wird vor allem dann tätig, wenn Beschwerden aus den Schulen, den OGS-Einrichtungen oder von Eltern eingehen. In den vergangenen zwölf Monaten sind fünf dokumentierte Beschwerden eingegangen — vier an der Grundschule am Auewald und eine an der Mittwaldschule, beide Male beim Anbieter VielfaltMenü. Lt. Verwaltung wurden die Vor-Ort-Kontrollen in den OGS-Einrichtungen durchgeführt; die stichprobenartig überprüften Mahlzeiten gaben aus Sicht der Verwaltung keinen Anlass zu weiteren Beanstandungen.
Was bedeutet das für Bürger?
Eltern zahlen für die OGS-Verpflegung in Espelkamp pro Schuljahr 756 Euro, also monatlich 63 Euro. Lt. Kostenrechnung liegt der tatsächliche Aufwand pro Kind und Jahr aber bei rund 859,70 Euro. Die Differenz von 103,70 Euro pro Kind trägt die Stadt Espelkamp — bislang ohne dass eine Anpassung des Elternbeitrags zur Debatte steht. Bei 388 OGS-Kindern summiert sich das auf ein jährliches Defizit von rund 40.000 Euro. Für Familien ändert sich kurzfristig nichts; die offene Frage ist, wie lange die Stadt dieses Defizit noch selbst ausgleicht. Wer mit dem Essen unzufrieden ist, kann sich an die OGS vor Ort oder die Stadt Espelkamp wenden — dokumentierte Beschwerden werden lt. Verwaltung aufgegriffen.