Worum geht es?
Am Bahnübergang Hafenstraße in Fiestel-Gestringen sollen künftig nur noch Fußgänger und Radfahrer passieren dürfen — Autos sind dort schon heute nicht mehr durch. Der Hauptausschuss berät am 8. Juli über die formelle Teileinziehung der Straße, der Rat entscheidet am 15. Juli. Die Vorlage 118/2026 passt die rechtliche Widmung an die bereits gebaute Realität an.
Hintergrund
Auslöser war eine Unterschriftenliste mehrerer Anlieger im Oktober 2023. Sie wollten die Situation am Bahnübergang für den Kraftfahrzeugverkehr überprüfen lassen. Die Verwaltung hat das Thema daraufhin gemeinsam mit der Deutschen Bahn, der Straßenverkehrsbehörde und weiteren Stellen über rund zweieinhalb Jahre bearbeitet.
Geplant waren zunächst Treckerschleusen, die Landwirten das Queren ermöglichen sollten. Die Deutsche Bahn lehnte das im Oktober 2024 aus bahnrechtlichen Gründen ab. Danach wurden Umlaufsperren geplant und vom 13. April bis voraussichtlich 27. Juli 2026 am Bahnübergang gebaut. Seitdem ist die Durchfahrt für Autos faktisch gesperrt — bislang aber nur über eine verkehrsrechtliche Anordnung.
Die Vorlage 118/2026 soll jetzt die straßenrechtliche Widmung formal anpassen: Statt einer öffentlichen Straße mit Anliegerverkehr soll der Teilbereich am Bahnübergang nur noch dem Fuß- und Radverkehr dienen. Betroffen sind Teilflächen der Hafenstraße in der Gemarkung Fiestel-Gestringen, Flur 6, Flurstücke 84 und 293. Der Bahnübergang selbst bleibt im Eigentum der Deutschen Bahn.
Was bedeutet das für die Stadt?
Vor dem endgültigen Beschluss der Teileinziehung ist nach dem Straßen- und Wegegesetz NRW eine mindestens dreimonatige öffentliche Anhörung Pflicht. In dieser Frist können Bürgerinnen und Bürger Einwendungen erheben. Wenn keine wesentlichen neuen Gesichtspunkte kommen, kann die Verwaltung die Verfügung selbst erlassen; bei erheblichen Einwendungen wird der Rat erneut befasst. Federführend ist das Sachgebiet 3.3 Straßenbau und Grünflächen (Herr Payenda).
Kosten für die Stadt Espelkamp sind aus den vorliegenden Unterlagen nicht erkennbar. Auch ein konkreter Endtermin für die formelle Sperrung steht noch nicht fest.
Was bedeutet das für Bürger?
Wer zu Fuß oder mit dem Rad in Fiestel-Gestringen unterwegs ist, kann den Bahnübergang Hafenstraße weiterhin nutzen — er ist seit dem Umbau komfortabler und sicherer.
Autofahrerinnen und Autofahrer müssen Umwege in Kauf nehmen. Für Anlieger heißt das: mehr Wegstrecke, aber auch weniger Durchgangsverkehr direkt vor der Haustür. Wie der landwirtschaftliche Verkehr die Stelle künftig passieren soll, geht aus den Unterlagen nicht hervor — die ursprünglich geplanten Treckerschleusen sind von der Deutschen Bahn abgelehnt worden.