Worum geht es?
Die Gestringer Dorfgemeinschaft e. V. mietet seit zwei Jahren den Saal der ehemaligen Gaststätte „Gestringer Hof" und stellt ihn Vereinen, Gruppen und ehrenamtlichen Angeboten zur Verfügung. Weil die bisherige Förderung Ende Juni ausläuft, soll der Zuschuss neu geregelt werden – nach dem Willen der Verwaltung künftig mit deutlich reduzierter Summe und auf zwei Jahre befristet. Der Ausschuss für Sport, Vereinswesen und Soziales entscheidet darüber.
Hintergrund
Gestringen zählt über 1.850 Einwohnerinnen und Einwohner und ist damit eine der größeren Ortschaften Espelkamps. In den vergangenen Jahren fielen dort mehrere Treffpunkte weg: das Gemeindezentrum an der Kirche, das Dorf-Gasthaus und die alte Schule als bisheriges Dorfgemeinschaftshaus. Einige Gruppen, die ohne Anlaufstelle blieben, lösten sich nach Angaben der Dorfgemeinschaft komplett auf. Um das soziale Miteinander im Ort zu sichern, hatte der Verein 2024 erstmals einen Mietzuschuss beantragt – bislang wurden 850 Euro monatlich bewilligt, zuletzt befristet bis zum 30.06.2026. Der Verein hat am 31.03.2026 einen Folgeantrag gestellt und diesen am 25.06.2026 nach einem Gespräch mit der Verwaltung angepasst. Danach liegt das städtische „Zielbild" für den Zuschuss bei 400 Euro monatlich.
Was bedeutet das für die Stadt?
Federführend ist das Sachgebiet 2.2 Bildung, Generationen, Vereinswesen (Frau Krause). Die monatlichen Mietkosten für den Saal – inklusive Inventar, Strom, Heizung, Wasser und Entsorgung – sind laut Verein für zwei weitere Jahre auf 800 Euro festgeschrieben. Hinzu kommen rund 50 Euro für Versicherungen, Reinigung und weitere Nebenkosten, die der Verein selbst tragen will. Die Stadt schlägt einen Zuschuss von 450 Euro monatlich für den Zeitraum vom 01.07.2026 bis zum 30.06.2028 vor – knapp die Hälfte des bisherigen Betrags. Die Verwaltung begründet die Reduzierung mit veränderten Rahmenbedingungen. Mit der Befristung bis Mitte 2028 soll die weitere Entwicklung vor Ort erneut bewertet werden. Eine dauerhafte Lösung für Gestringen gibt es derzeit nicht.
Was bedeutet das für Bürger?
Für die Gestringer Vereine und Gruppen soll der Saal im ehemaligen Gestringer Hof voraussichtlich weiter nutzbar bleiben – etwa für den Sonntagstreff mit regelmäßig 50 bis 60 Gästen, Blutspendetermine des DRK oder kulturelle Veranstaltungen. Allerdings besteht eine Lücke zwischen Stadtzuschuss und tatsächlichen Mietkosten: Der Verein schlägt vor, dass sich der neue Pächter der Gaststätte zur Hälfte an der Miete beteiligt, wenn er den Saal mitnutzen darf. Ob dieser Vorschlag umgesetzt wird, ist offen. Konkrete Auswirkungen auf andere Espelkamper Ortschaften sind aus den Unterlagen nicht erkennbar.