Worum geht es?
Die Stadt Espelkamp rechnet für das laufende Haushaltsjahr 2026 mit einem Defizit von rund 15,5 Millionen Euro. Damit fällt das voraussichtliche Jahresergebnis um etwa 794.000 Euro schlechter aus als bisher geplant. Grund ist vor allem ein Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen.
Hintergrund
Die Verwaltung legt dem Stadtrat in der Sitzung am 15. Juli 2026 den unterjährigen Haushaltsbericht zum Stichtag 31. Mai 2026 vor. Federführend sind die Zentralen Finanzen (Herr Varenkamp) als städtische Kämmerei. Ergänzend gibt die Kämmerei einen Sachstandsbericht zum Haushaltssicherungskonzept (HSK) ab, also zu den bereits beschlossenen Sparmaßnahmen. Es handelt sich um eine Kenntnisnahme – der Rat entscheidet nicht über neue Sparschritte, sondern nimmt die Lage zur Kenntnis.
Was bedeutet das für die Stadt?
Die größten Brocken der Verschlechterung: Bei den Steuern fehlen rund 2 Millionen Euro, allein 2,8 Millionen Euro weniger Gewerbesteuer. Dem stehen 750.000 Euro Mehreinnahmen beim Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer gegenüber. Die Kreisumlage fällt um 418.000 Euro geringer aus als geplant, die Gewerbesteuerumlage sinkt um 267.000 Euro.
Positiv entwickeln sich die liquiden Mittel: Statt eines Rückgangs von 10,2 Millionen Euro wird nun nur ein Minus von rund 4,2 Millionen erwartet. Zum Jahresende wären die liquiden Mittel damit rechnerisch aufgebraucht (0 Euro). Geplant ist die Aufnahme eines Investitionskredits von 4 Millionen Euro und von Liquiditätskrediten in Höhe von rund 10,7 Millionen Euro.
Bei einzelnen Posten gibt es gegenläufige Bewegungen: Buchgewinne aus Grundstücks- und Gebäudeverkäufen werden 2026 voraussichtlich nicht mehr realisiert – das verschlechtert vor allem das Gebäudemanagement um 712.000 Euro. Die Stadtentwicklung verbessert sich um 188.000 Euro, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz um 327.000 Euro, weil weniger geflüchtete Menschen untergebracht sind als angenommen.
Was bedeutet das für Bürger?
Für die Espelkamperinnen und Espelkamper ändert sich durch diesen Bericht noch nichts Konkretes im Alltag. Es ist eine Standortbestimmung der Verwaltung. Da das Defizit wächst und ein Haushaltssicherungskonzept in Kraft ist, müssen in den kommenden Haushaltsberatungen weitere Konsolidierungsmaßnahmen folgen – welche das sein werden, ist aus den vorliegenden Unterlagen nicht erkennbar. Details zu konkreten Sparvorschlägen, Steuererhöhungen oder Kürzungen bei freiwilligen Leistungen werden im weiteren Beratungsverlauf erwartet.