Worum geht es?
In Gestringen soll an der Lübbecker Straße 35 ein neuer Edeka-Markt gebaut werden — deutlich größer als der heutige Standort in Isenstedt, mit Café, Backshop und Außenplätzen. Der passende Bebauungsplan liegt jetzt auf dem Tisch: Der Fachausschuss für Stadtentwicklung hat am 19. Mai 2026 einstimmig empfohlen, ihn als Satzung zu beschließen. Nach Vorlage-Stand vom 6. Juli 2026 hat sich voraussichtlich auch der Hauptausschuss am 8. Juli 2026 mit dem Thema befasst (abgeleitet — eine öffentliche Niederschrift lag bei Redaktionsschluss noch nicht vor). Endgültig entscheiden muss noch der Rat der Stadt Espelkamp am 15. Juli 2026 — bis dahin bleibt alles in der Planung, von einem Baustart kann keine Rede sein.
Hintergrund
Der bestehende Edeka in Isenstedt ist mit seinen rund 750 m² Verkaufsfläche zu klein geworden. Das Sortiment ist schmal, die Gänge eng, ein barrierefreier Zugang fehlt. Am alten Standort lässt sich das nicht mehr ändern. Geplant ist deshalb ein Neubau in Gestringen an der Lübbecker Straße 35, auf einem rund 12.500 m² großen Grundstück direkt an der Hauptstraße (L 766). Der neue Vollsortimenter soll etwa 2.010 m² Verkaufsfläche bekommen (abgeleitet — die Vorlage nennt die Zahl, der Sortimentsbezug kann je nach CIMA-Analyse leicht abweichen), dazu 190 m² Café und Backshop mit Sitzbereich und Freisitz. Investor ist nach Angaben der Vorlage die EDEKA-MIHA Immobilien-Service GmbH (abgeleitet — im B-Plan-Material nur einmal erwähnt, daher Pipeline-Konkretisierung). Federführend zuständig ist das Sachgebiet 3.2 Stadtplanung, Bauordnung unter der Leitung von Herrn Engelmann-Homölle.
Was bedeutet das für die Stadt?
Mit dem Bebauungsplan und der gleichzeitigen 72. Änderung des Flächennutzungsplans schafft Espelkamp das Baurecht für einen großen Lebensmittelmarkt am Ortsrand von Gestringen. Die Bürgerinnen und Bürger konnten sich zwischen dem 20. März und dem 22. April 2026 zur Planung äußern; parallel wurden Fachbehörden und Träger öffentlicher Belange beteiligt. Eingegangene Anregungen werden mit dem Beschluss abgewogen. Fachgutachten zu Verkehr, Schall und Artenschutz sowie eine CIMA-Auswirkungsanalyse zum Einzelhandel liegen vor und sind Teil der Vorlage. Was der Neubau die Stadt selbst kostet, wird in der Vorlage nicht beziffert — das müsste bei Bedarf die Verwaltung nachliefern.
Was bedeutet das für Bürger?
Wer in Fiestel, Fabbenstedt, Gestringen, Isenstedt oder Frotheim wohnt, bekommt künftig einen modernen Nahversorger mit größerem Sortiment, breiteren Gängen, barrierefreiem Zugang und Café-Bereich vor Ort — genau das, was der heutige Standort in Isenstedt nicht mehr bieten kann. Der bisherige Markt in Isenstedt wird allerdings mit dem Neubau aufgegeben; Kunden, die nicht gut zu Fuß oder mit dem Rad hinkommen, müssen sich auf längere Wege einstellen. Eine Verkehrsuntersuchung rechnet mit rund 2.200 zusätzlichen Autofahrten am Tag auf der Lübbecker Straße — auch entlang bestehender Wohnbebauung (abgeleitet — Zahl aus dem Verkehrsgutachten). Die Knotenpunkte an der L 766 und an den Parkplatzzufahrten sollen das laut Gutachten gut schaffen. Empfohlen wird unter anderem, die Lübbecker Straße innerortsähnlicher zu gestalten und die Radquerungen hervorzuheben. Bis der erste Einkauf im neuen Markt möglich ist, dauert es noch: Erst nach dem Ratsbeschluss am 15. Juli 2026 kann der Investor einen Bauantrag stellen — und auch dann folgen Baugenehmigung und Bauzeit.